Alles aus einem Guss. Mit welchen Elementen wir zu einem Gesamterlebnis kommen.

Wo beginnt eigentlich die Ausstellung? Im Foyer? An der Kassa? Am Haupttext? Wir argumentieren, die Ausstellung beginnt dort, wo der erste Kontakt der Besucher:innen stattfindet. Also: am Plakat, am Werbebanner, im Reiseführer. Für uns als Ausstellungs- und Erlebnisdesigner handelt es sich bei diesen Orten bereits als erste Möglichkeiten, eine Gesamtdramaturgie einzuleiten.

Ähnlich verhält es sich mit weiteren Elementen, bei denen der Zusammenhang zur eigentlichen Ausstellung nicht völlig offensichtlich ist. Es sind oft vermeintlich äußere Faktoren, die aber in das Gesamterlebnis positiv/negativ/indifferent einzahlen. Klassische Beispiele wären Orientierung, Garderobensituation, Toilettenanlagen undsoweiter, an deren reiner Funktionalität Ausstallungsmacher:innen oft nichts ändern können. Trotzdem ist es wert, einen Gedanken daran zu verschwenden, welche Geschichte an diesen Orten vielleicht trotzdem und vielleicht auch mit nur einfachen Mitteln erzählt werden kann.

Hat man die Gelegenheit, bereits im Entwicklungsstadium der Ausstellung an Kommunikations- und Marketingmitteln, Begleitmedien, Digitalformaten, Katalogen, Shopprodukten und Umraumerweiterungen arbeiten zu können, eröffnen sich nicht nur neue Möglichkeiten, durchgängig zu planen. Das macht nicht nur für Besucher:innen einen großen Unterschied in der Eindrücklichkeit und Nachhaltigkeit des Erlebnisses, es lassen sich hier natürlich auch budgetrelevante Synergien finden. Stimmt die Basis, muss kundenseitig nicht wieder bei Null begonnen werden. Jeder, der an diesen Schnittstellen bereits gearbeitet hat kann bezeugen, wieviele Ressourcen dieser Kommunikationsaufwand bindet.

Wir bieten die Ausstellung aber auch deshalb als Gesamterlebnis an, um genau an diesen Übergangs- und Erweiterungszonen arbeiten zu können. Exakt hier können wir – mit vergleichsweise geringem Aufwand – den Unterschied zu bereits gewohnten (Ausstellungs-)Erlebnissen machen.

Hier ein paar mögliche Fragen: Was bekomme ich an der Kassa zum Eintritt dazu? Ein Pickerl, einen Gegenstand, ein Codewort, ein Gedicht, ein Lied? Welches »Easteregg« kann ich exklusiv in einer PR-Maßnahme vorab finden und dann vor Ort einlösen? Den Zugang zu einem geheimen Raum? Eine versteckte Foto-Opportunity? Welche Aspekte/Bilder/Gedanken kann ich an Verkehrswegen und in Serviceräumen auslegen?

Besonders wichtig ist es aus unserer Sicht, das Ende der Ausstellung zu planen. Auch hier ergeben sich Chancen und Möglichkeiten, Besucher:innen Angebote zu machen, die Ausstellung in den öffentlichen Raum, in private Gespräche in den eigenen Wohnraum usf. zu verlängern. Was bekommen Besucher:innen mit, wenn sie die Ausstellungsräume verlassen? Was ist (sinnvoll) konsumierbar? Hier ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Shop empfehlenswert.

Der allerallerletzte Teil des Gesamterlebnisses soll aus unserer Sicht aber der Dialog mit dem Publikum sein. Fördert man die Interaktion mit den Besucher:innen bereits während der Ausstellung, fällt die Feedbackfrage leichter und umfangreicher aus.